Donnerstag
Arbeiten, die hier noch zu erledigen sind:
Klaus will die Steckdosen in der Küche nochmal „umarbeiten“. Es gibt hier Dosen mit zwei Löchern, solche mit drei kleinen und solche mit drei großen Löchern und noch ein paar andere. Das ganze dann bei uns noch mit 110 bzw. 220 V. Jede Firma, die Elektrogeräte verkauft, hat ihre eigenen Ideen, wie ein Stecker auszusehen hat. Der Kunde kann sich dann selbst überlegen, was er austauscht – den Stecker oder die Dose. Klaus hat hier alles schon mindestens einmal umgebaut.
Ebenfalls muss die Rankhilfe für die Bougainvilea angebracht werden. Die bisherige Konstruktion mit einem Bambusstab und Draht ist mittlerweile zusammengebrochen. Diese Arbeit haben wir verschoben, bis uns das Wetter hier wieder hold ist. Angeblich soll das in den nächsten Tagen besser werden. Bisher haben wir unsere Terrasse eigentlich nur von innen betrachtet. Das gab es noch nie!
Die Pflanzen könnten auch mal einen Löffel Dünger vertragen, aber ich habe keine Lust, bei Regen und Kälte da draußen rumzustürzen.
Wäsche braucht auch gerade drei Tage zum Trocknen und fühlt sich dann immer noch klamm an. Oh Mann: Brasilien - was ist hier los?
Habe heute etwas dickere Flundern gebacken. Geschmacklich gut, aber die Optik lässt noch zu wünschen übrig. Um die größere Teigmenge verarbeiten zu können, kam mal wieder der Black&Decker Mixer zum Einsatz. Den kann man nur auf Stufe 1 betreiben, auf Stufe 3 saut man die Küche komplett mit Teigspritzern ein. Stufe 10 ist für Bauarbeiter, die Speis anrühren müssen. :-D
Die angefangene Bluse habe ich inzwischen fertiggestellt. Keine Ahnung, was mich geritten hat, diesen dünnen, flutschigen Stoff zu kaufen. Eine Katastrophe! Er war aus der Restekiste im Kaufhaus und hat € 4,99 gekostet. Ungefähr für € 2,50 habe ich die Reste sofort dem Müll übergeben. Meine masochistische Phase ist vorbei, da mache ich nichts mehr draus.
Nun suche ich hier einen Stoffladen, da mein „alter“ Shop ja verschwunden ist. Ich habe im Internet noch ein bisschen nach ihm gefahndet, aber nur die alten Adressen gefunden. Echt schade! Stoffe online zu bestellen, hat mich hier schon im letzten Jahr nicht wirklich überzeugt.
Für die Küchensteckdosen hat Klaus jetzt erst einmal neues Material und Werkzeug bestellt. Er hat die Dosen zwar umgebaut, aber die ganzen Kabel passen nicht in die Dose. Es funktioniert zwar, entspricht aber nicht seinen Ansprüchen.
Freitag
Frau Doktor hat sich via whatsapp nach meinem Finger erkundigt. Klaus hat ein Foto geschickt und sie ist sehr zufrieden. Ich auch! Den Nachsorgetermin Anfang Oktober haben wir abgesagt. Alles gut.
Sonst ist nicht viel passiert. Wir haben sehr lange geschlafen; ich bin um vier Uhr aufgestanden und um acht wieder ins Bett, Klaus hat durchgeratzt bis um halb elf. Bis dahin hatte sich auch die Sonne ein bisschen durchgewurstelt und wir konnten endlich mal wieder draußen frühstücken. Danach ein bisschen Hausarbeit, Wäsche waschen, bügeln etc. Klaus hat den Weinvorrat neu katalogisiert. Er vergisst immer mal, die getrunkenen Flaschen aus seiner Liste zu streichen. Noch sieht es ganz gut aus mit dem Vorrat, aber irgendwann müssen wir nach Andradas und aufstocken. Ein leeres Weinregal ist ein trauriger Anblick!
Klaus hat sich am Nachmittag Fußball reingezogen, ich habe ordnungsgemäß Mittagsschlaf gehalten. Allerdings nur kurz, weil in der benachbarten Schule ein Fest vorbereitet wird und die Kinder bei lauter Musik irgendwelche Tänze einstudiert haben. Das ist nervig, aber irgendwann halt auch vorbei. Das Schulfest findet jedes Jahr um diese Zeit statt. Die Eltern strömen herbei und staunen, was ihre Kleinen schon alles können. Danach gibt’s Kaffee und mitgebrachten Kuchen. Mike und Gisele mussten da auch immer antreten, als der Brösi noch in diese Schule ging. Mike hat dann immer mit seinem österreichischen Apfelstrudel trumpfen können.
Die drei sind übrigens Ende August nach Graz übergesiedelt. Leon soll dort studieren (er spricht kein Wort Deutsch!) und ob sich Gisele dort auf Dauer wohlfühlen wird, sehe ich auch noch nicht. Aber gut, sie werden wissen, was sie tun. Ein bisschen komisch ist es aber schon, dass sie nicht mehr hier sind. Sie hatten hier über Jahre eine alte Bruchbude in ein ziemlich cooles Haus verwandelt, in dessen Küche wir gerne gesessen haben. Mike kocht gut und wir waren dort gerne zu Gast.
Am Abend gab es „alles was weg muss“ mit Bratkartoffeln. Die Asterix-Kartoffeln eignen sich hervorragend dafür, die werden richtig schön knusprig! Danach noch Nachrichten und Talkshow und ab ins Bett.

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