5.00 Uhr – Sonnenschein, 8.00 Uhr – immer noch Sonnenschein! Heute soll es den ganzen Tag richtig schön sein und der Göga will endlich mal grillen. Grillfleisch haben wir nicht im Haus und müssen somit am Vormittag erst einmal einkaufen gehen.
Der Supermarkt im Shoppingcenter war unser Ziel. Die einzelnen Geschäfte dort machen erst mittags auf, aber der Supermarkt natürlich schon morgens. Wir haben ein Stück Entrecote gekauft (Picanha – eigentlich das beste Fleisch hier zum Grillen – war unverschämt teuer), frische Brötchen, Kaffee und etwas Obst. Salat hatten wir noch im Kühlschrank.
Als Vorspeise gab es Melone mit Parmaschinken, dazu ein Glas Limoncello Spritz (mit dem hiesigen Limoncello, den wir in unserer Käse-Frühstücksbude gekauft hatten) und danach Fleisch bis zum Abwinken und etwas Grillkäse. Die Fleischportion war für uns natürlich viel zu groß, obwohl auch ich ordentlich zugeschlagen habe. Jetzt sind noch zwei fertig gegarte Stücke im Kühlschrank … wird wohl Fleischsalat geben, heute Abend.
Es war richtig schön, mal wieder draußen zu sitzen und zu essen. Noch nie haben wir unsere Terrasse so wenig genutzt, wie dieses Jahr. Dafür werden die Möbel im Wohnzimmer endlich mal genutzt.
Montag
Die zwei Vorratsgläser, die wir gekauft hatten, haben sich bewährt. Leider sind sie ein bisschen zu klein, um z.B. ein Kilo Mehl aufzunehmen. Auf den Gläsern befindet sich ein Aufkleber „LYOR“ und ich habe im Internet mal danach gesucht. Ist wohl eine bekannte Firma, die auch Geschirr, Besteck etc. führen. Auf Seite zweihundertirgendwas ihres Katalogs habe ich auch unsere Gläser in drei verschiedenen Größen gefunden. Im online-Shop gab es aber nur noch drei der großen Gläser, die Klaus sofort bestellt hat. Gestern kamen die und waren sehr ordentlich verpackt. Nix war kaputt, zerkratzt oder sonst wie beschädigt. Ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen, nachdem wir im letzten Jahr zwei Töpfe bestellt hatten, die beide verbeult hier ankamen. Wir hatten uns beschwert und Fotos geschickt, bekamen unser Geld zurück und konnten die Töpfe behalten. Für lau kann ich mich auch mit Beulen anfreunden und koche regelmäßig darin.
Jedenfalls habe ich jetzt drei große Vorratsdosen, kann die verschiedenen Mehlsorten ordentlich unterbringen und werde die zwei kleineren Dosen für Zucker und noch irgendetwas anderes nutzen. Ich freue mich.
Dudu repariert mit zwei weiteren Männern die Kameras in der Anlage, verlegt kreuz und quer hunderte Meter Kabel und Leerrohre und bringt auch neue Kameras an. Seit zwei Tagen sind sie schon damit beschäftigt und es ist noch kein Ende abzusehen. Eine Kamera haben sie – entgegen Klaus‘ Rat – zu tief angebracht, so dass sie von unserem offenstehenden Garagentor verdeckt wird und damit sinnlos ist.
Erfahrungen muss man halt selbst machen!

Stadt Links




Dienstag
Wir wundern uns schon seit Tagen darüber, dass unser Christo abends nicht mehr beleuchtet ist und haben uns überlegt, wir gehen mal gucken, was da los ist. Also sind wir am Vormittag hochgefahren und haben uns gewundert, was da seit unserem letzten Besuch alles passiert ist. Die Stadt hat vor drei oder vier Jahren da oben schon alles auf links gedreht, Aussichtsplattformen und ein kleines Café errichtet, Wege erneuert, Blumenbeete angelegt und -kübel bepflanzt. Das sah alles richtig gut aus, nur die Wege waren Mist. Das waren unterschiedlich große gerundete Steine, auf denen kein Mensch laufen konnte. Diese Steine sind jetzt weg, dafür ist alles ordentlich und gerade gepflastert, Sitzbänke wurden aufgestellt, ein Kinderspielplatz eingerichtet, ein Bierverkaufsstand und weitere Stände für Speisen aufgebaut. Sogar ein „Christo Mercado“ (Souvenirshop mit Restaurant) ist entstanden, der ist aber dienstags geschlossen. Und es wird weiter gebaut.
Noch vor dem Frühstück rückt der Wasser-Scheiße-Mann an und öffnet unsere Grube mit einer Flex (oder etwas Ähnlichem; ich kenne mich da nicht so aus) Er geht dabei deutlich weniger zaghaft vor, wie Walter und haut gleich mal ein paar Schnitte in die Fliesen. Grobmotoriker! Dann stülpt er sich zwei Müllsäcke über den Arm und wühlt beherzt in der Brühe herum. Was er vor dem Abflussloch ausgräbt, sind nicht etwa unsere eigenen Hinterlassenschaften, sondern mehrere dicke Fettklumpen!
So, nun noch etwas appetitlicheres: Dudu, der Sohn von Adriana und Eduardo hat inzwischen eine kleine Wohnung in der Stadt, kommt aber zum Essen, Wäsche waschen etc. gerne ins Elternhaus zurück. Eigentlich ist er täglich da, schläft nur woanders. Er hat sich ein neues Spielzeug gekauft: eine nagelneue Kawasaki Ninja. In giftgrün! Das Moped ist ausgesprochen leise, aber Klaus meint, das würde sich noch ändern, weil Dudu schon am Rumschrauben ist. Tatsächlich nutzt er fast täglich die elterliche Garage für irgendwelche Basteleien an dem neuen Teil. Adriana ist jedenfalls „hell begeistert“ von seinem neuen Hobby. Moped fahren ist hier mehr was für Lebensmüde!



