Dienstag
Klaus hat seinen ersten Termin in der Muckibude, gleich um acht Uhr. Er hat die ganze Nacht schon geackert und gesägt, wie ein Wilder. X-Mal habe ich an ihm herumgerüttelt, ohne Erfolg. Ich habe dann mal zwei Stunden außerhalb des ehelichen Schlafgemachs verbracht in der Hoffnung, dass er sich irgendwann beruhigt. War aber nix. Die Nacht war zum Vergessen. Immerhin ist er am Morgen pünktlich aufgestanden und um halb acht losgefahren. Ab heute Abend geht dann das Gejammer wieder los, weil der Trainer keine Gnade kennt und Muskeln aktiviert, deren Vorhandensein man längst vergessen hat. Ich freu‘ mich schon!
Beim morgendlichen Eier anpieksen habe ich eine Schale komplett zerstört und weil ich noch ein weiteres angeschlagenes Ei im Kühlschrank hatte, gab es für mich zwei Spiegeleier zum Frühstück. Die restlichen drei habe ich gekocht mit dem Erfolg, dass mir am Nachmittag zwei rohe Eier zum Brötchen backen gefehlt haben. Irgendwas fehlt hier IMMER. Es ist zum Mäuse melken.
Dafür hat meine Quarkproduktion diesmal auf Anhieb geklappt. Aus zwei Litern Milch sind 500g Quark entstanden, also doppelte Brötchenmenge.
Viel mehr Produktives habe ich aber nicht hingekriegt. Eine Maschine Wäsche noch durchgejagt und abends eine Art Cordon Bleu fabriziert (ohne Schinken, aber mit würzigem Schimmelkäse gefüllt). Dazu noch ein kleines Sößchen, Salat und Brot. Fertig.
Klaus hat unserer Nichte bei einem Computerproblem helfen können, ansonsten ist der Tag so vor sich hin getröpfelt. Wir haben aber nix verpasst; das Wetter lässt weiter zu wünschen übrig. Es wurde nicht mal richtig hell tagsüber.
Mittwoch
Wir müssen einkaufen (Gott nee … nicht schon wieder!). Frischkäse ist alle, Nüsse auch. Und ich brauche Eier! Ach ja, und irgendeinen Brocken Fleisch und Gemüse fürs Mittagessen müssen wir kaufen, damit Rosa was kochen kann.
Zum Spezial-Mehlshop wollten wir auch. Hier gibt’s im Supermarkt nur Weizenmehl zu kaufen, immerhin seit letztem Jahr auch in Vollkornqualität. Alle anderen Sorten Mehl werden in gesonderten Shops gedealt und unserer hier hatte leider geschlossen. „Bin gleich zurück“ stand an der Tür … ein dehnbarer Begriff, speziell in Brasilien.
Zum Mittag gab es dann kleine Schnitzelchen; für Klaus paniert und mit dem vollen Programm, für mich natur und nur mit Brokkoli. Die Ananas, die hier noch in der Obstschale lag, hat Rosa zu Saft verarbeitet. Ananas geht für mich gar nicht und als Saft schon überhaupt nicht. Das mit der Saftproduktion müssen wir ihr abgewöhnen. Sie hat morgens schon O-Saft für Klaus gemacht; sie liebt die elektrische Zitruspresse!
Für die Ananas hat sie den Liquidificador aus dem Schrank geholt. Das ist ein Multitool, das fast alles kann (Obst und Gemüse schreddern, Nüsse und Eiswürfel zerkleinern, leichte Teige rühren etc.) und in keinem brasilianischen Haushalt fehlt. Ich nutze ihn nur selten, weil ich daran nicht gewöhnt bin und sein Vorhandensein auch schlicht vergesse.
Am Abend haben wir uns dann mit Manoel und Tania bei „Gilbertinho“ getroffen. Manoel hat auch Diabetes, sieht das aber nicht so eng. Die Pizza hat er sich jedenfalls schmecken lassen. Ich hatte Carpaccio mit Rucola und Kapern, Dazu ein mitgebrachtes Brötchen. Sehr lecker!

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