Wie vermutet, war es fast Mitternacht, als wir endlich die Haustür aufschließen konnten.
Wir hatten einen angenehmen Flug – allerdings mit einstündiger Verspätung, weil der Flieger gewechselt werden musste - nach São Paulo hinter uns und konnten auch ein bisschen schlafen. Nach 12 Stunden sitzen hat unser Fahrer uns dann eine kleine Sporteinheit verordnet, weil er „am Arsch der Welt“ geparkt hatte. War vermutlich nichts frei in der Nähe, als er kam. Dafür hat er die Strecke nach Poços de Caldas in unter drei Stunden geschafft, weil wenig Verkehr war. Er fährt sehr ruhig und vorausschauend, so dass wir beide nochmal eine ganze Zeit lang schlafen konnten.
Zuhause dann erst einmal aufs Klo, eine kleine Ortsbegehung und ein Blick in den Kühlschrank. Rosa hat uns einige Dosen Bier und Wasser kaltgestellt. Wir entschieden uns für das Bier - eine Sorte, die wir normalerweise nie kaufen würden. Aber es war kalt und zischte in den ausgetrockneten Kehlen. Köstlich! Danach hatte ich wieder Kraft, die Koffer auszupacken. Das mache ich immer im Wohnzimmer, weil viele der mitgebrachten (schweren) Sachen für die Küche sind und nicht erst nach oben geschleppt werden müssen. Der Rest sind dann Klamotten, Medikamente, Utensilien fürs Bad oder die unsäglichen Kabel und Computer-Kleinteile, die wir immer im Gepäck haben. Die wandern dann nach oben.
Es ist alles heil geblieben und ich bin wieder einmal stolz auf meine Kofferpackkünste. Was ich vergessen habe mitzunehmen, ist Salz. Ich war der festen Überzeugung, hier noch eine Packung zu haben. Na gut, müssen wir halt mit dem nicht rieselfähigen brasilianischen Staubsalz zurechtkommen. Ansonsten bin ich selbst immer wieder erstaunt, was wir alles einmal halb um den Globus transportieren. Die „exotischsten“ Sachen diesmal sind: ein stabiler Pflanzenroller für die Terrasse, ein klappbares Fußbänkchen für die Küche und ein Mini-PC fürs Büro. Die ganzen Schätze haben wir erst einmal auf die einzelnen Zimmer verteilt und sind um kurz nach zwei Uhr stumpf ins Bett gefallen. Klaus ist sofort eingeschlafen, bei mir drehte sich noch eine Zeit lang das Gedankenkarussell. Dafür bin ich um fünf wieder aufgestanden und an die Kaffeemaschine geschlurft. Ich muss ja meinen gewohnten Rhythmus einhalten. Mal sehen, um welche Zeit mir heute die Füße wegknicken.
Hier ist alles pikobello! Rosa hat auch die hintersten Ecken geschrubbt und alles wieder so hin geräumt, wie wir es gerne haben. Sogar den kleinen Plätscherbrunnen hat sie schon wieder befüllt und dekoriert. Allerdings ohne Pumpe, die muss Klaus noch nachrüsten. Marcio hat die welken Wedel von unserer Palme abgeschnitten, so dass wir uns diese Arbeit auch sparen können. Eigentlich läuft es hier auch ohne uns ganz prima!
Es ist jetzt 6.30 Uhr, es regnet, blitzt und donnert. Was für eine Begrüßung! Ich werde jetzt mal ein bisschen aufräumen.

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