„Recanto da Tilapia“ war gestern Abend unser Ziel – ein nettes Fischlokal mit sehr guten Speisen. Leider vieles paniert und frittiert (z.B. die leckeren Tilapiastückchen, die dann auch noch mit Majo serviert werden und leider Sau gut schmecken). Wir haben aber etwas gefunden, das uns zusagte und haben uns für mit einer Krabbenpaste gefüllte Tilapiafilets entschieden. Dazu gab es Pilze, Tomatensauce und Gnocchi und vorab einen Salat. Das war richtig lecker und endlich mal ein Essen ohne Reis! Ich hatte mir vorsorglich zwei kleine Scheiben Brot eingepackt, die ich nicht gebraucht habe. Allerdings hatte ich mein Würzset fürs Restaurant (zwei kleine Mühlen für Pfeffer und Salz in Handtaschengröße) vergessen. Eine ordentliche Ladung frisch gemahlener Pfeffer hätte mir gut gefallen auf dem Essen. Pfeffermühlen gibt es hier nur in einem einzigen Restaurant. Überall sonst kriegt man nur Tabasco und in Öl eingelegte Peperoni hingestellt. Mir als Pfefferfan hilft das nicht. Die Portion (hier reicht das Essen immer für mindestens zwei Personen, es sei denn, man bestellt einen individuellen Teller) war riesengroß und man hätte auch gut drei Esser damit satt gekriegt. Was wir an Gnocchi und Soße übriggelassen haben, hätte uns normalerweise als kleines Abendessen gereicht.
Freitagmorgen, sechs Uhr – Regen! Ich glaube es hat die ganze Nacht geregnet, jedenfalls sind wir um halb eins mit einem Gewitter ins Bett gegangen. Allerdings haben wir d. J. eher Landregen. Früher hat es hier oft so geschüttet und auf das Terrassendach getrommelt, dass man den Fernseher lauter stellen oder den Film unterbrechen musste, weil man einfach nichts mehr verstanden hat. Vielleicht kommt das noch, wenn es insgesamt noch etwas wärmer wird. Inzwischen sind die Temperaturen hier so, dass kurze Hosen und T-Shirt gut ausreichen. Schwitzen muss man allerdings nicht. Der Klimawandel ist auch hier angekommen … oder ist es El Nino?
Samstag
Kaum hatte ich das mit dem Landregen aufgeschrieben, hat es am Abend wieder einmal so geplattert, dass der Lautstärkeregler am Fernseher ganz nach oben gedreht werden musste. Die Kanalisation hat hier gerade ordentlich zu tun.
Gestern habe ich meinen ersten Airfryer-Kuchen (im Miniformat) gebacken. Er hätte etwas besser aufgehen können, aber man kann ihn essen. Ich glaube einfach, dass das Backpulver hier nicht so richtig tut, was es soll. Die Brötchen gehen ja auch nicht vernünftig auf.
Der Samstag war ansonsten ereignislos. Der SVWW hat in Regensburg ein 0 : 0 hingekriegt – was gut ist, weil wir in Regensburg (soweit ich das erinnere) immer Schei.. gespielt und entsprechend verloren haben.
Ich habe endlich den Römertopf ausgegraben und den Schweinebraten darin gegart. Anschließend wurde er in zwei großen Portionen eingefroren. Gegessen haben wir am Abend dann erst einmal die Kühlschrankreste.

Stadt Links




Dienstag
Wir wundern uns schon seit Tagen darüber, dass unser Christo abends nicht mehr beleuchtet ist und haben uns überlegt, wir gehen mal gucken, was da los ist. Also sind wir am Vormittag hochgefahren und haben uns gewundert, was da seit unserem letzten Besuch alles passiert ist. Die Stadt hat vor drei oder vier Jahren da oben schon alles auf links gedreht, Aussichtsplattformen und ein kleines Café errichtet, Wege erneuert, Blumenbeete angelegt und -kübel bepflanzt. Das sah alles richtig gut aus, nur die Wege waren Mist. Das waren unterschiedlich große gerundete Steine, auf denen kein Mensch laufen konnte. Diese Steine sind jetzt weg, dafür ist alles ordentlich und gerade gepflastert, Sitzbänke wurden aufgestellt, ein Kinderspielplatz eingerichtet, ein Bierverkaufsstand und weitere Stände für Speisen aufgebaut. Sogar ein „Christo Mercado“ (Souvenirshop mit Restaurant) ist entstanden, der ist aber dienstags geschlossen. Und es wird weiter gebaut.
Noch vor dem Frühstück rückt der Wasser-Scheiße-Mann an und öffnet unsere Grube mit einer Flex (oder etwas Ähnlichem; ich kenne mich da nicht so aus) Er geht dabei deutlich weniger zaghaft vor, wie Walter und haut gleich mal ein paar Schnitte in die Fliesen. Grobmotoriker! Dann stülpt er sich zwei Müllsäcke über den Arm und wühlt beherzt in der Brühe herum. Was er vor dem Abflussloch ausgräbt, sind nicht etwa unsere eigenen Hinterlassenschaften, sondern mehrere dicke Fettklumpen!
So, nun noch etwas appetitlicheres: Dudu, der Sohn von Adriana und Eduardo hat inzwischen eine kleine Wohnung in der Stadt, kommt aber zum Essen, Wäsche waschen etc. gerne ins Elternhaus zurück. Eigentlich ist er täglich da, schläft nur woanders. Er hat sich ein neues Spielzeug gekauft: eine nagelneue Kawasaki Ninja. In giftgrün! Das Moped ist ausgesprochen leise, aber Klaus meint, das würde sich noch ändern, weil Dudu schon am Rumschrauben ist. Tatsächlich nutzt er fast täglich die elterliche Garage für irgendwelche Basteleien an dem neuen Teil. Adriana ist jedenfalls „hell begeistert“ von seinem neuen Hobby. Moped fahren ist hier mehr was für Lebensmüde!



