Samstag
Endlich mal Wetter, wie wir es gewohnt sind! Blauer Himmel, Sonnenschein, Temperaturen um die 25°C. Wir konnten draußen Frühstücken und sogar den Abend noch auf der Terrasse verbringen. Herrlich!
Das schöne Wetter haben wir auch gleich ausgenutzt, und die Stange zwischen unserem und dem Nachbarhaus befestigt. Die Alustange musste um 4 cm gekürzt werden, was ein ziemlicher Akt war. Meine Hände dienten als Schraubstock, die die Stange auf dem (Klapp)Tisch festhielten, während Klaus versuchte, einen halbwegs geraden Schnitt hinzukriegen. Hahaha! Am Ende hat es aber gepasst und sieht nun ordentlich aus. Jetzt muss nur noch die Bougainvilea durchstarten; die ist im Augenblick nämlich noch kahl und zeigt nur hie und da ein paar grüne Blättchen.
Bei der Gelegenheit habe ich auch ein paar Pflanzen abgeschnitten, die zu sehr ins Kraut geschossen sind. Insbesondere der Gummibaum musste seine drei Triebspitzen einbüßen. Die stehen jetzt in Wasser und sollen Wurzeln ziehen. Das hat im letzten Jahr gut geklappt. Ich steige jetzt hier ins Gummibaumgeschäft ein. 😉
Zum Abendessen waren wir aus. „Pizza na Roça“ war unser Ziel, ein Restaurant, das wir seit vielen Jahren kennen und schätzen. Dort werden wir mittlerweile mit Handschlag begrüßt. Der Kellner, der schon seit Jahrzehnten dort arbeitet und Gott und die Welt kennt, ist mittlerweile für die Honneurs zuständig und begrüßt die Gäste wie gute alte Freunde.
Das Lokal war um 19.00 Uhr schon gut besucht und nach uns strömten weitere Paare und Grüppchen ins Restaurant. Trotzdem ging das mit dem Essen recht schnell. Um 20.00 Uhr waren wir schon wieder am Auto. Klaus hatte einen Fetzen gegrilltes Fleisch mit reichlich Knobi, ich ein Stück Lachs mit Kapern und erstaunlich viel buntem Gemüse sowie einem Stück gegrillte Ananas, das Klaus zum Fleisch gegessen hat. Sehr schmackhaft alles.
Aufgefallen ist uns, dass sich die Paare beim Essen nun auch gegenübersitzen. Früher saßen die immer nebeneinander und starrten gemeinschaftlich auf den Fernseher, der fast in jedem Lokal hängt. Bei Pizza na Roça gibt es keinen Fernseher … vielleicht liegt es auch daran.
Interessieren würde mich, wie viele Pizzakartons die in der Woche verbrauchen. Die Pizzen hier sind groß wie Wagenräder und mit zwei Personen nicht zu schaffen. Die Reste werden jeweils eingepackt und mitgenommen.
Am Abend hat sich leider noch unsere Palmenbeleuchtung mit einem leisen „Plopp“ verabschiedet. Die nächste Baustelle wartet also schon.
Sonntag
Wir haben den Sonntagsmarkt besucht, der in diesem Jahr deutlich aufgeräumter erscheint. Die Stände sind nun einheitlich und etwas reduziert, so dass die Wege breiter sind und man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt. Hat uns gut gefallen. Wir haben schon ein kleines Weihnachtsgeschenk besorgt und ich habe mir eine Strickjacke gekauft – eigentlich nur um sicherzustellen, dass es hier nicht mehr so kalt wird. Außerdem habe ich beim Ankommen auf dem Markt gleich am ersten Stand ein leichtes Sommerkleid gesehen, das mir gut gefallen hat. Auf dem Rückweg habe ich es dann gekauft, nebst passender Kette. Jetzt kann das Wetter werden, wie es will. Ich bin gerüstet. *ätsch*
Geparkt hatten wir vor der Bäckerei, und da Klaus neulich schon ein etwas dunkleres Brot dort gekauft hatte, hat ihm die Bäckereifachverkäuferin diverse andere Brote angedient, die eben nicht aus Weizenmehl gebacken sind. Unter anderem haben sie jetzt ein Brot aus Buchweizen im Angebot. Das gibt’s allerdings nur an bestimmten Tagen und eben nicht sonntags. Das will ich unbedingt probieren; wenn das gut ist, hätte ich ja hier schon mal ein Problem weniger.
Klaus hat uns einen Kurzurlaub gebucht. Wir werden über unseren Hochzeitstag ein verlängertes Wochenende in der „Serra da Canastra“ verbringen, einem Nationalpark mit Stausee. Wasserfall und ansprechender Landschaft. Liegt in Minas Gerais (unserem Bundesland) und ist ca. 6 Autostunden von uns entfernt. An den Stausee haben wir vor Jahren mal eine Tagestour gemacht und es hat uns dort gut gefallen. Ende Oktober haben wir dann ein bisschen Zeit, die Gegend genauer zu erkunden.

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